Die Jungfrau Maria – „Ein Wörtlein kann sie fällen“?

Ob die Maria bei ihrer Schwangerschaft noch Jungfrau war oder nicht, wird jedes Jahr zu Weihnachten neu diskutiert. Zweifel sind verständlich, denn so etwas wäre in der gesamten Weltgeschichte mehr als ungewöhnlich. Mit der einen oder anderen Erkenntnis aus den verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen wird dann wie auf etwas Bahnbrechendes verwiesen und lässt uns glauben, einen großen Beitrag zur Aufklärung zu bekommen, natürlich mit dem Ergebnis: ‚es war ja ganz anders‘.

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Was immer man selbst glaubt: vorweg sei gesagt, dass unsere Argumentation der Wahrheit keinen Abbruch tun kann, manchmal taucht sie auch nach vielen Jahren wieder auf – wenn durch Erforschungen des Altertums das Neue zum Alten wird, wenn unser Leben erfahrener und unser Wissen zur Weisheit wurde und unser inneres Auge eine neue Perspektive fand, die man lange Zeit nicht kannte, weil man der Spur seiner „Lehrer“ folgte. 

Jungfrauengeburt – das ist geradezu eine Zumutung, regen sich die einen auf und glauben so wenig dran wie an eine Meerjungfrau. Die anderen regen sich auf, weil dieser Punkt ihres kindlichen Glaubens der Jungfrauengeburt so mir nichts, dir nichts als längst überholt abgetan und in den Bereich von Missverständnissen, Mythen und Interpretationsfehlern abgeschoben wird.

Ein Übersetzungsfehler?

Gesenius, Hebr. u. Aramäisches Handwörterbuch

Natürlich wäre eine Übersetzungsvariante ‚junge Frau‘ statt Jungfrau denkbar, weil die Quelle, die alttestamentliche Prophetie (Jesaja Kap. 7, 14), dies zulässt. Dass das eine für den damaligen Kontext von Jesaja galt und das andere für später in einer etwas anderen Bedeutung wieder auftauchen könnte, wird übersehen, ist aber nicht ungewöhnlich für den Charakter biblischer Prophetie. Und so gesehen glaube ich sogar, dass Jesaja selbst keine Jungfrau im Sinn hatte, sondern eine junge Frau, die reif und fähig ist für eine Mutterschaft, wie es das Hebräische nahelegt. Jungfräulichkeit kann, aber muss nicht vorgelegen haben, wäre aber von der ursprüngliche Bedeutung her und für die damaligen Zeit naheliegend. Ob oder ob nicht, so eine Wortstudie ist nicht wirklich weiterführend.

Es wäre auch nicht das erste Mal, dass ein Prophet nur begrenzt wusste, was er dort ankündigt. Auch wäre es nicht das einzige Mal, dass das Neue Testament Worte aus dem Alten Testament neu füllt und ein neues Verständnis einbringt. Man hat den Charakter biblischer Prophetie in ihrer doppelten Bedeutung ignoriert, ja vielleicht sogar ein Problem mit prophetischen Aussagen, von denen es ca. ein Dutzend gibt, die allein die Umstände der Geburt Jesu betreffen und – oh Wunder(!) – auf die Person Jesu tatsächlich zutreffen, seien es Geburtsort, Heimatstadt, Stern, Vorfahren, Flucht nach Ägypten u.a.

Biblia
Hebraica

Jesaja, Kap. 7

Jungfrau oder junge Frau – generell sollte man zurückhaltend sein, seinen Glauben auf einzelne Wortstudien zu gründen, erst recht nicht, wenn es um Leugnung oder Glaube eines zentralen Wunders zur Person Jesu geht und vielleicht sogar zentrale Glaubenswahrheiten berühren. Martin Luther hatte zwar behauptet, „ein Wörtlein kann ihn fällen“, doch ist dies in diesem Kontext nicht zu empfehlen, weil es nicht ein Wörtlein Gottes, sondern ein Interpretationsargument menschlicher Weise ist. Schon die Zeitgenossen Jesu haben gezeigt, dass ihr Wortverständnis zu einer Gesetzlichkeit führte, die tötend und nicht lebendig machend war.

Und so sollte man auch selbst ganze Sätze, einzelne Bibelverse, nicht isoliert betrachten und dem Zusammenhang entreißen. Dann würde man Frauen verbieten, in der Kirche den Mund aufzutun, wir müssten uns stets auf die andere Wange schlagen lassen, giftige Schlangen nicht meiden, weil sie uns ja nichts tun könnten u.a.m. Ob Teilwahrheiten oder Einseitigkeiten und Fehlinterpretationen, letztlich wird eine isolierte Teilwahrheit zur Unwahrheit. Und das Alte Testament ohne das Neue Testament zu lesen und zu interpretieren, wäre nicht mal mehr christlicher Glaube.

Die Sache mit den Engeln?

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Und dann ist da nicht nur die Hürde, an Wunder zu glauben, sondern ob es auch Engel gibt. Schließlich sind sie Hauptfiguren in dem gesamten Geschehen nicht nur bei Maria und Joseph.
Engel – nein, sie sehen nicht so aus, wie sie in DDR-Zeiten oft genannt wurden: Jahreswendflügelpuppen. Es war vielmehr eine Begegnung mit einer menschlichen Person, die einem Gänsehaut machte, aber spüren ließ, dass sie nicht ein gewöhnlicher Mensch war.

Natürlich, wer die Engelserscheinungen umdeutet, wer die Reaktion von Joseph und den gesamten Kontext aus den Kapiteln vor und nach Jesu Geburt nicht eins zu eins stehen lassen will, kann „getrost“ bei einer leugnenden Auffassung bleiben, d.h. dass Jesus quasi aus einem Seitensprung der rechtmäßig zu Joseph zugehörigen Maria entstanden ist. Oder haben Joseph und Maria gemeinsame Sache gemacht und mit ihrer Geschichte ihr Verhängnis, pardon: Empfängnis, auf diese Weise der Öffentlichkeit verkaufen wollen?

Auch unabhängig voneinander: ob Maria oder Joseph, ihre Engelserscheinungen verweisen auch einzeln ziemlich eindeutig in Richtung Jungfrauengeburt. Und selbst wenn man das Thema Engel als Erfindung oder psychologisch erklärbare Erscheinung abtut, bleibt noch die Aussage von Maria übrig, die sehr vehement behauptet, dass noch nie etwas mit einem Mann gelaufen ist.

Ein heiß ersehnter Kinderwunsch von Maria?

Nun ist bekannt, dass Frauen sich manchmal stärker ein Kind wünschen als einen Mann. Aber hätte Maria jetzt noch die Begegnung mit dem Engel erfinden müssen, wo sie nicht nur wenige Wochen später mit Joseph alle Chancen auf ein Kind gehabt hätte? Oder hatte Joseph einen Konkurrenten, und war Maria bereit, wegen einer ungeplanten Schwangerschaft als Verstoßene zu gelten? Vielleicht sollte man sich weniger mit Gefühlen aus der Sicht heutiger Gesellschaft an die Geschichte heranwagen, sondern sich mehr in Maria und Joseph hineinversetzen.

Einige Monate konnte sich Maria bei ihrer ebenfalls schwangeren Verwandten Elisabeth aufhalten. Für Elisabeth war es wegen ihres fortgeschrittenen Alters völlig überraschend, aber nach biblischem Bericht keine Wirkung des Heiligen Geistes. Maria wurde durch die Monate abseits von Nazareth eine Art Spießrutenlauf erlassen, und bald darauf ging es schon los auf die Reise nach Bethlehem.

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Nun gibt es aber Leugner der Jungfrauengeburt, die darauf verweisen, dass andere biblische Autoren, insbesondere Paulus, kein Wort darüber verlieren. Aber ob das mit Verleugnung der Jungfrauengeburt gleichzusetzen ist? Der Theologe Paulus schrieb auch keine Weihnachtsberichte wie die Evangelien, sondern legte mehr Wert auf theologische Inhalte. Er konnte es sich aber nicht verkneifen auf die besondere, die göttliche Natur Jesu, zu verweisen, mit der Gott sich in den menschlichen Werdegang integrierte. Ja, bestätigt hat er dieses biologische Wunder nicht, aber auch nicht dementiert. Und dass auch er bestätigt, dass es mit der Menschwerdung Gottes in Jesus ein gewisses Geheimnis auf sich hat, kann man nicht bestreiten.

Belassen wir es mal bei diesen Gedanken, lassen wir die Kirche im Dorf, bzw. die Weihnachtsberichte und auch das mit „Jungfrau“ übersetzte Wort im Kontext der biblischen Berichte. Lassen wir die Hauptzeugen reden und nehmen ihre Worte als wahr, denn nicht Fakten, sondern nur Interpretationsweisen – oder fehlende Offenheit für ein Wunder? – sprechen dagegen.

Neues Glaubensbekenntnis oder neue Jahreslosung?

„Geboren von der Jungfrau Maria“ – das sind im bekanntesten aller Glaubensbekenntnisse ebenso starke Worte für den Glaubensinhalt wie „gekreuzigt, gestorben, begraben…. auferstanden….. Auferstehung des Leibes….“. Da wird einem schon eine Menge Glauben abverlangt. Totenauferstehung und ewiges Leben, was niemand bezweifelt, werden dabei keineswegs von der „Jungfrau Maria“ getoppt. Warum dann die Jungfrauengeburt leugnen?

Und was vielleicht noch theologisch an Konsequenzen bei Leugnung der Jungfrauengeburt alles dranhängt, will ich mir an dieser Stelle verkneifen. Nur eines ist klar: mit dem Verweis auf einen vermeintlichen Übersetzungsfehler sollte man Weihnachten nicht abtun oder Jesus seine auch ursprüngliche göttliche Natur absprechen und vielleicht sogar die Menschwerdung Gottes damit leugnen. 

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Wie jedes Jahr, so gibt es auch für 2025 eine so genannte Jahreslosung, die lautet: „Prüfet alles, das Gute behaltet“. Vielleicht wäre jetzt mal nicht nur ein einzelnes Wort, sondern der Kontext und das Gesamtzeugnis verschiedener biblischer Positionen dran. Dann könnten wir sehen, dass das hebräische Wort für ‚junge Frau‘ weniger Relevanz hat als es manchem lieb ist. Und kann nicht auch eine junge Frau eine Jungfrau sein? Aber bleiben wir doch im Mainstream nicht aktueller Meinungen, sondern biblischer Aussagen, denn schwergewichtige Glaubenswahrheiten benötigen ohnehin nie nur eine einzelne Stütze, sondern müssen gehalten werden von vielen Fasern eines Trageseils.

Asterix, der Papst oder „Habemus nix“?

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„Habemus nix?“ Das klingt ein wenig nach Asterix, der ja auch des Lateinischen mächtig war. Spannend wurde es besonders dann, wenn der Zaubertrank von Miraculix nicht verfügbar war und Obelix und Asterix eine römische Kohorte nicht mal eben mit ein paar Faustschlägen k.o. schlagen konnten.

Dass die meisten Leser wohl in diesen Tagen erkennen, dass ‚habemus‘ mit der Papstwahl zu tun hat, wird dann doch schnell klar – selbst aus sehr freikirchlicher protestantischer Sicht. Aber nein, „habemus nix“ ist nicht der Ausruf, wenn die ersten Versuche der Wahl kein Ergebnis brachten. Auch ist es kein verächtlicher Unterton gegenüber allem, was sich im protestantischen Fahrwasser tummelt, in Konfessionen ohne Papst. Vielmehr ist es – wie so oft – ein humorvoller Unterton, der selbstkritisch fragt, was man aus anderer Sicht denn wirklich hat.

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Muff contra 68er?

Mit einem Oberhaupt, das vorgibt, was zu glauben, zu tun oder zu lassen ist, haben Protestanten ja nicht erst seit der Zeit der aufmüpfigen 68er Generation ihre Schwierigkeiten. Gegen kirchliche Vorgaben haben jene lautstark gestänkert, ob zu Recht oder nicht. „Unter den Talaren – der Muff von 1000 Jahren“, lautete ein Slogan.

Hätten sie die Bibel etwas gekannt, z.B. als ein Paulus sich gegen Petrus auflehnte, weil dieser in seiner Überzeugung des Evangeliums den Juden gegenüber einknickte, hätte sich mancher der 68er vielleicht noch mehr in seinem Protest bestärkt fühlen können. Zudem hat Paulus gesagt, dass alles erlaubt sei. Welch ein gefundenes Fressen für all jene, die aufbegehren – gegen was es auch immer sei.

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Aber wie immer nehmen Menschen gerne das, was ihre Meinung stützt, auch wenn es aus dem Kontext genommen ist. Dabei ist es gerade der Kontext, der eine Antwort auf die Bedeutung der jeweiligen Aussage gibt. Und der spricht keineswegs einem völligen Liberalismus, Beliebigkeit oder Individualismus das Wort.

Vielleicht mag es äußerlich so aussehen. Aber in Gemeinden mit einem kongregationalistischen System ist die Versammlung der Gemeinde lokal oder Gemeindevertreter in Generalversammlungen überregional das entscheidende, oberste Organ. Mit Aufbegehren gegen Ordnungen hat dies genauso wenig zu tun wie mit Individualismus – im Gegenteil.

Einer weiß es?

Es ist immer wieder problematisch, wenn Einzelpersonen behaupten, die Wahrheit herausgefunden zu haben? Vielleicht haben sie nach langer Suche endlich eine Antwort auf für sie wichtige Lebensfragen gefunden – vielleicht Hilfe in einer schwierigen Lebensphase oder Antwort auf die belastende Hypothek ihrer Biografie. Aber wie viele Menschen – ob außerhalb oder innerhalb der Kirchen – sind sich ihres Glaubens nicht nur gewiss, sondern propagieren ihn wie der Schreiber dieses Blogs. Solche Gedanken müssten doch alle lesen – meint jeder von sich überzeugte Autor. Dabei ist diese Stimme ja auch nur eine von vielen und im Kontrast der christlichen und sonstigen religiösen Strömungen vielleicht zu sehen. Und heißt nicht die Jahreslosung 2025: Prüfet alles, das Gute behaltet? Und da ging es um Aussagen, mit denen die christliche Gemeinde von Einzelpersonen konfrontiert wurde.

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Vielleicht beginnt mancher jetzt zu verstehen, wie viel Sinn es macht, wenn man sagt, dass gelebte Nachfolge mit Jesus auch ein verbindliches Gemeindeleben braucht. Und dabei ist keine ruhende Mitgliedschaft in einer religiösen Institution gemeint, sondern eine Gemeinde, die die Gemeinschaft der Glaubenden in Wort und Tat gestaltet, teils sogar in den Wohnhäusern. Man trifft sich mit Menschen unterschiedlicher Erkenntnisse und Begabungen. Hier fragt man gemeinsam, brütet über Problemen, betet miteinander, liest die Bibel gemeinsam, um so auch gemeinsam zu hören, was Gott wohl wirklich gesagt haben mag und manches andere. Und im Kontext des Neuen Testaments wird offenbar, dass Petrus viel weniger Leiter von Gemeinden war als z.B. Paulus und andere Nachfolger Jesu, die ebenfalls gleiche geistliche Vollmacht über Geschehnisse hier auf Erden haben konnten, um damit Menschen zu einem geistlichen Durchbruch oder den Weg zum Himmelreich zu weisen. Soviel in kürzester Kürze zur Frage nach dem Schlüssel des Petrus.

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Nein, auch wenn Kardinäle, Bischöfe, Pastoren und Theologen oder Laienverkündiger belesene Menschen sein mögen, so wissen sie doch offensichtlich auch nicht alles. Nicht wenige mögen durch ihre Ausführungen Menschen eher abgeschreckt als für den Glauben geworben haben. Oder hatte Paulus nicht recht, als er schrieb, dass niemand als Meister vom Himmel fällt und fehlerlos ist, weil Erkenntnis nämlich Stückwerk ist? Zudem liest jeder durch seine eigene „Brille“.

Und heißt es nicht auch bei Paulus: Das Schwache hat Gott erwählt, was gesellschaftlich nicht hoch angesehen ist!? Oder ist Paulus keine ebenbürtige Autorität für heutige Bischöfe und Theologen? Oder kann man ihn heute beruhigt ignorieren, weil er von einer vermutlich ganz anderen Kirchen- und Gemeindeform ausging – einem eher kongregationalistischem Modell?

Kirchenführung geschieht im Team

Nichtsdestotrotz gab und gibt es in einer solchen Gemeinde auch Leiter, Hirten und aus funktionalen Gründen auch überregionale Hirten, doch ohne Herrschaftsbefugnis. Und benötigt es nicht auch immer wieder die Ergänzung von Kompetenzen, die visionär, erneuernd, gewinnend und festigend sind? Dann sprechen wir über die Kernkompetenzen, die eine Kirche nach dem Neuen Testament für ihre Leiter benötigt:

5 gewinnt !

Man nennt es auch den 5-fältigen Dienst, den der Heilige Geist in der Gemeinde verankert wissen will. Nur so kommt es m.E. zu einer guten Mischung und langfristig gesunden Entwicklung von Gemeinde. Gesegnet ist die Gemeinde, die nicht nur einen Hirten und Seelsorger hat, sondern auch jene, die Kreativität, Vision und Fürsorge bieten. Da ist der Gottesdienst dann keine 1-Mann-Show, sondern Teams sind es, die gestalten statt Einzelne, die dominieren. Und jeder trägt etwas bei und zeigt, dass jeder seinen Wert auf seine Weise hat und niemand nutzlos ist, denn auch ein kleines fehlendes Schräubchen könnte den Nutzen einer großen Maschinerie verhindern. Und so könnte Kirche modern und weiterentwickelt werden? Dann wäre das ein Grund, freudig auszurufen:

– so die freie Übertragung ins Lateinische.

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Von wegen: Habemus nix? Was könnte nicht alles in Gemeinden aufblühen, wenn sich diese Gaben entfalten ließen. Statt Zaubertrank eines Miraculix könnte und sollte es heißen: Dynamis – so wird die Kraft des Heiligen Geistes von Jesus beschrieben. Und die steht tatsächlich jedem, der an Jesus als seinen Erlöser glaubt, zur Verfügung. Es ist der Geist, der Helfer, Tröster und Ausrüster, der dann mit seinen guten Gaben Gemeinde gründet und entwickelt und auch das schaffen kann, was heute eher die Ausnahme ist: eine wachsende Gemeinde und Kirche. Und dann spüren wir, dass wir alles andere als „habemus nix“ sagen können.

Mose und die Karamellbonbons

Mose und die Karamellbonbons? Gibt es da eine Beziehung oder eine Ähnlichkeit? Natürlich nicht. Aber nein, das ist auch nicht eine der irreführenden Überschriften, nur um Leser zu ködern. Vielmehr gibt es einen starken Kontrast. Aber der Reihe nach:

Politik? Ja, bitte!

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Die Bundestagswahl ist noch nicht lange her. Das wäre schon genug Stoff, um hier einen Post für – vielleicht schon gebrochene (?) – Wahlversprechen zu nennen. Aber nein, vielmehr war der Anlass dieses Beitrags, interessierten Menschen etwas über gute politische Gesetzgebung zu vermitteln. Und dazu gehören die so genannten 10 Gebote.

Politisch? Aber ja, auch wenn die zweite Hälfte der 10 Gebote besonders einen moralischen Aspekt mit beinhalten und Regeln für eine allgemeine Ethik sind. Doch zuerst einmal sind es Gesetze für ein Volk, das bislang ohne eigene Politik war, also ohne eigene Gesetzgebung. Schließlich kam es ca. 400 Jahre vorher als Großfamilie und Wirtschaftsflüchtlinge in ein fremdes Land, dessen Politik sie akzeptieren mussten. Doch über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg wurde ihnen das Leben schwer gemacht, nicht zuletzt, weil die indigene Bevölkerung Angst vor einem Übergriff, vor der Herrschaft dieser Großfamilie hatte. Natürlich war die erste Generation längst ausgestorben und war nach ca. einem Dutzend Generationen zu einem Volk mit 6-stelliger Bevölkerungszahl geworden, ja vielleicht auch noch mehr. Und „Kanzler“ von allen sollte Mose sein.

Als nun Mose mit dem Volk der so genannten Hebräer auszog, erlebten sie nicht nur extrem ungewöhnliche Ereignisse und Wunder, sondern standen am Ende auf der anderen Seite eines Meeres, durch das sie hindurchgezogen waren. Zu essen und zu trinken hatten sie, aber keine politische Regelung. Wie geht es weiter? Wer hat das Sagen? Was gilt denn nun? Kein Wunder, das Gott meint, sie brauchten nun erst einmal ein paar Regeln. Und würden sie das umsetzen, würden bestimmt andere Nationen beeindruckt sein und offen, nach diesen Regeln und ihrem Ursprung, nach Gott, zu fragen. Und genau das hatte Gott ja vor mit diesem Volk der Hebräer, später genannt Israel. Besser als andere Völker waren sie keineswegs, aber ihre Existenz und Lebensweise hatten einen entscheidenden Sinn in dieser Welt.

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Mose – Rockmusiker?

Und dazu schickte Gott sie in die Wüste, aber nicht ohne Anleitung für ein gelingendes Miteinander. Auf zwei Steintafeln erhielt Mose 10 Gebote. Und weil diese Gebote so zentral und gut sind und bis heute bzgl. Ethik weltweit akzeptiert werden, hat Gott dafür gesorgt, dass man diese 10 Leitlinien des Lebens keineswegs vergisst oder im Wüstensand irgendwo verliert. Eingraviert in Stein musste es sein. So etwas hält ja fast ewig – ganz im Gegensatz zu Papier, Pergament und erst recht als digitale Information. Moderne Technik damals hätte uns manches historische Zeugnis heute nicht liefern können. Darum sollte man die so genannten primitiven Kulturen als viel bedeutender ansehen als es auf den ersten Blick scheint.

Bekanntermaßen machte Gott gleich ein zweites Exemplar, weil Mose voller Ungeduld die ersten beiden Tafel vor Wut zertrümmerte – à la Rockmusiker Kurt Cobain oder Pete Townshend, die ihre Gitarren am Ende eines Konzerts zertrümmerten. Sicher war Mose kein Rockmusiker. Er konnte als jahrelanger Hirte vermutlich Flöte spielen, aber ob er diese auch aus Wut gegen einen Felsen geworfen hat, kann man vermuten, da sich sein Charakter von Ägypten bis zum Jordan hin immer wieder mal als sehr ungeduldig erwies. Aber der Titel lautet ja nicht, was Mose mit den genannten Rockmusikern gemeinsam hat, sondern was denn das mit Karamellbonbons zu tun hat.

„In der Kürze liegt….“

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Als der Bürokratie-Wahnsinn in Europa seinen Lauf nahm, musste für vieles, ja fast alles eine Regelung gefunden werden, auch Bestimmungen für Karamellbonbons. Und diese haben es in sich. Über 25.000 Worte sollen sie umfassen. Und Mose, bzw. Gott? Der kam bei den 10 Geboten selbst in einer deutschen Übersetzung mit ca. 250 Worten aus, um eine Gesetzgebung zum Besten zu geben, die ganze Völker regieren könnte.

So eine Flut von Regeln kann man nur schaffen, wenn man alles Geschriebene digital aufbewahren kann, ohne für die Akten-schränke des EU-Parlaments separate große Hallen bauen zu müssen.

Ich gebe zu, Gott hat nicht nur die 250 Worte gemacht, sondern noch vieles andere gesagt. Aber sein literarischer Erguss beschränkt sich auf eine bescheidene Bibliothek von nur 66 Büchern. Ok, das ist in einer Zeit, in der der Trend zum Zweitbuch geht, auch nicht wenig. Und ein begeisterter Harry Potter-Fan, der nach Erscheinen des neusten Bands seiner Serie das gesamte Buch in einer Nacht „verschlingt“, hätte selbst als heißhungriger Bibelleser die zu einem einzigen Band zusammengefassten Bibelbücher nur zu einem kleinen Teil geschafft. Da hätte es vielleicht auch nichts genützt, wenn ihn das Buch der Richter mit den grausamsten, fast nicht jugendfreien Szenen noch um drei Uhr nachts wachgehalten hätte.

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Apropos ‚wach‘. Mit wachem Sinn sollte man die Bibel sowieso lesen, und das Alte Testament, den ersten Teil der Bibel, auch nicht unkritisch, weil so, wie Gott es für uns heute meint, kann vieles vom reinen Buchstaben her auch nicht gemeint sein. Ein kleiner Tipp kann immens weiterhelfen: Anfangen sollte man mit dem Neuen Testament und es wie eine Brille nutzen, durch die das Alte Testament ganz anders und neu verstanden werden kann. Und wenn du dann mit dem Lesen beginnst, wirst du feststellen, dass Jesus zwar kein einziges der Gesetze des Alten Testaments aufgehoben hat, sondern gelebt und erfüllt hat, aber es auf eine Art lebt, wie Gott es – eigentlich schon immer – gemeint hat.

Ob es von Mose, Abraham oder irgendeinem der Propheten stammt – wer die Bibel nicht vom Neuen Testament her versteht, gerät schnell ins Abseits. Da empfiehlt es sich, kurz und knapp den direkten Weg zu Gott zu nehmen: durch das Gebet. Schließlich ist Gott nahe allen, die ehrlich mit ihm reden und ein offenes Ohr haben für das, was er uns sagen möchte.

Eine leckere Pointe – selbst bei Gott!

Und mit den Karamellbonbons würde ich ebenfalls den direkten und kurzen Weg empfehlen: einkaufen, auspacken und langsam auf der Zunge zergehen lassen. Dann kann man noch lange in Erinnerung halten, was ebenso für die Begegnung mit Gott stimmt:

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„ Schmeckt und seht, dass der HERR gut ist. Freuen darf sich, wer auf ihn vertraut!“ (Psalm 34, 9)

P.S.: Noch ein Tipp für alle, die einmal über die 10 Gebote predigen: Verteile Karamellbonbons. Dann werden sich manche Predigthörer noch etliche Tage oder Wochen an die Kürze und Bedeutsamkeit der göttlichen Gebote erinnern, vielleicht sogar an deine Predigt.

Die Sprache des Lebens

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Japanisch könnte ich mal lernen – dachte ich mir. Jetzt, im Ruhestand, hätte ich die Zeit. Auch wenn ich meiner bisherigen Tätigkeit als Pastor nicht ganz untreu werde, gilt es, neue Pläne zu schmieden. Gescheiter Ruhestand will gescheit geplant sein. Aber auch meine Frau hatte geplant – für mich: Diese Sprache? Wozu japanisch? Diese Anfrage muss nicht verwundern. Unter unseren internationalen Kontakten rechtfertigt nicht einer diese spleenige Idee. Außerdem dachte meine Frau eher an etwas Praktisches, z.B. ein Tanzkurs, was auf meiner umfangreichen Wunschliste nicht mal ganz unten vorkommt. Ich spürte: wir müssen verhandeln.

Planen und fragen wozu ist wichtig. Schließlich muss man seine Zeit nicht ausschließlich mit dem Sammeln von unnützem Wissen aus Rateshows verbringen. Dann schon lieber sich intensiver sportlich betätigen, etwas für die Gesundheit tun, bevor das Alter unaufhaltsam gegen uns arbeitet. Keine Frage: gerade ein Ruhestand will gut überlegt sein.

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Aber ist das nicht generell wichtig? Innehalten, überlegen, fragen nach dem Wozu, das gehört doch immer wieder ins Leben, nicht erst auf den letzten „Metern“. Und wer möchte schon Entscheidungen und Veränderungen aufschieben, wenn sie zugunsten eines erfüllten, sinnvollen Lebens sind. Mancher hat erst in der Herausforderung einer schweren Krankheitszeit neu überlegt und gefragt nach dem Wozu. Dann wurde klar: Erfolg und Karriere vermeiden keine Einsamkeit, und mit Geld kauft man weder Familie noch wirkliche Freunde. Und was ist, wenn wir erst am Ende des Lebens erkennen, dass die Frage nach Gott die alles entscheidende ist und möglicherweise bisherige Werte ganz anders einzuschätzen sind?

Lieben, Gott lieben und seinen Nächsten wie sich selbst – das ist nicht nur als zentraler Leitfaden des christlichen Glaubens zu verstehen, denn lieben ist die zentrale Tätigkeit Gottes. Es entspricht seinem Wesen. Unsere Welt ist aus purer Liebe geschaffen worden. Sie ist die Antwort auf die Frage nach dem Wozu des Lebens. Sie gilt sogar unter allen Umständen, weil Gott uns ohne Wenn und Aber liebt und selbst in schweren Zeiten dies spüren lassen will – egal wer wir sind und wie unser Leben bisher verlief. Mit dieser Erfahrung bekommt der Kern des Glaubens, Gott zu lieben und seinen Nächsten wie sich selbst, eine ganz andere Dynamik. Darin findet jedes Leben Erfüllung und eine Antwort nach dem Wozu. Oder müsste man sogar sagen, wer nicht liebt, hat nichts vom Leben, schon gar nichts von Gott verstanden?

„Wer aber nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe“.
1. Johannesbrief 4, 8

Nun war es klar, worin ich meine Sprachkenntnisse erweitern könnte, und das nicht nur ein paar Monate, sondern lebenslang: die Sprache des Lebens ist die Sprache der Liebe. Es würde mich wundern, wenn diese Sprache nicht jedem Spaß macht, wie ein Erfolg bei Fremdsprachen: Man beginnt, mehr und mehr zu verstehen, und durch den Glauben mehr und mehr von Gott, vom Nächsten und natürlich vom wahren Leben.

Erschienen erstmals bei SonntagsReport, Wochenzeitung für den Landkreis Leer und nördl. Kreis CLP, 18./19. Jan. 2025

Bevor du entscheidest….

…solltest du überlegen, ob die Alternative eine Alternative sein kann. Gott und du – ihr seid alternativlos.
Vielleicht kennst du gefühlt 1000 Gründe, nicht mehr zu glauben, nicht mehr eine christliche Gemeinde zu besuchen und vielleicht geht es dir vorübergehend tatsächlich auch besser. Es ist ja nicht alles nur schön und leicht.

Aber ist es nicht verrückt, dass Gott vielleicht gerade in solchen Situationen sagt: bleib dran – ob auf die eine oder eine andere Art! Schließlich gibt es schwierige Menschen überall. Und ob Gott das nicht gerade deshalb sagt, weil es für dein Leben und dein Glück keine sinnvolle Alternative gibt? Hast du schon mal überlegt, dass Gott uns Menschen zwar auch als seine Partner sieht, die eigenständig leben und entscheiden können und sollen, denn Liebe kann man nur aus freien Stücken erwidern und leben. Aber muss das heißen, eine womöglich kurzsichtige Entscheidung zu treffen, wenn es ein Weg ohne Gott ist oder ein Weg, den Gott nicht für uns vorgesehen hat?

Können wir frei entscheiden?

Das Thema „freie“ Entscheidung konzentriert sich eigentlich mehr oder weniger auf die Frage der Eigenständigkeit. Auch wenn sich verschiedene Wege zu recht oder nicht als sinnvoll erweisen können, so muss man doch aus biblischer Sicht sagen: für das Gute gibt es keine Alternative.

„Nur einer ist gut“, sagte Jesus. Und „es gibt nur einen Gott“, sagte der Schriftgelehrte zu Jesus. „Gott ist Liebe“, so beschrieb Johannes das einzigartige Wesen Gottes und Paulus schlussfolgert aus der Erfahrung seines Glaubens, dass uns nichts, aber auch gar nichts von dieser Liebe Gottes trennen kann und daher alles in unserem Leben zum Guten dient, wenn wir Gottes Liebe annehmen.

Auch wenn es hin und wieder zutreffend ist, dass Blumen mal umgetopft werden müssen, so ist doch der augenblicklich einfachere Weg häufig nicht der weiterführende. Und ohne volles Vertrauen auf Gottes Führung sollten wir sowieso keine schwerwiegenden Entscheidungen treffen. Denn….

Gott ist einzig(artig)

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Hat Gott nicht diese Welt geschaffen – durch ihn und für ihn? Dann gibt es auch keine Alternative zu einem Leben mit Gott. Hinzu kommt: Das Glück unseres Glaubens und Lebens ist einzigartig, ein Unikat. Und von uns, dem einzigartigen Individuum in dieser Schöpfung Gottes, gibt es kein Duplikat. Warum sollten wir uns dann für ein Leben entscheiden, das nicht unser eigenes ist oder für einen Gott, der nicht unser Schöpfer ist? Wäre das nicht auch ein echter Grund, sich nicht für einen momentan leichteren Weg zu entscheiden, selbst wenn es ein wenig nach dem Weg eines Hiobs aussieht? Gerade dann sollten wir das Ende nicht ignorieren.

Nicht vergessen:

Nein, Gott hat keine Lust auf leidende Christen. Durch die Brille des Neuen Testaments gelesen läuft ein Leben mit Jesus auf das Fazit hinaus: „Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“
Und ebenso: ob du dein Leben bejahst oder nicht – es gibt nur diesen einen Weg für dich. Du bist du, und dein Weg ist dein Weg, den niemand anders gehen kann. Warum also nicht dann ein echtes tiefes Ja zu deinem Leben, deiner Situation und zu Gottes Führung und Zulassung in diesem Leben finden?

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Sagte das nicht auch der Schriftgelehrte zu Jesus, wenn er bestätigte, dass wir Gott nicht mit halbem, sondern ganzem Herzen lieben sollen, mit ganzem Verstand und aller unserer Kraft? Oder kannst du wirklich aus deiner Haut raus?

Natürlich trifft für manche, die diese Zeilen lesen, genau das Gegenteil zu von dem, was sie vielleicht herausgelesen haben: sie müssen und sollten eine Entscheidung für eine (fälschlich genannte) Alternative treffen, weil ihre ausbleibende Entscheidung ja bereits eine Entscheidung und zwar möglicherweise eine falsche ist. Ein Nein oder Enthaltung können die vermeintliche Alternative sein, die tatsächlich nicht gut wäre. Entscheiden ist manchmal besser als Unentschlossenheit. Und vielleicht haben dir diese Zeilen gerade mit diesem Hinweis Mut zur längst fälligen Entscheidung gemacht. Oder braucht es für dich in diesem Moment die erneute Bestätigung des eingeschlagenen Wegs?

Ein neues Ja?

An einer schwierigen Weggabelung fragte Jesus seine Freunde, ob sie noch dabei bleiben wollten. Viele andere hatten Jesu Worte als Zumutung empfunden. Aber zum Glück entschieden sie aufgrund ihrer Erfahrung und Erkenntnis anders und erlebten wenig später die Richtigkeit ihrer Entscheidung – auch wenn sie nicht wussten, was auf sie wartet. Aber: Vertrauen ist der Blick nach vorne, schauen ist der Blick nach hinten.

Und du?

Wie empfindest du derzeit dein Leben? Als Last? Als ungerecht? Als leidvoll? Als einzige Resignation?

Nur gut, dass der Weg zu diesem Leben mit Jesus immer offen steht und es keinen Moment gibt, wo Jesus dich aus dem Auge lässt.

Was wäre, wenn dein Ja zur Alternativlosigkeit des Glaubens und der persönlichen, echten Nachfolge mit Jesus das einzigartige Resultat ergibt, dass mit Jesus Lasten leichter, Momente erträglicher, Hoffnung realistischer und Veränderungen möglich werden? Es kann zwar sein, dass du deine Hände nicht in den Schoß legen kannst, sondern dir einen Ruck geben musst, um aus deiner Situation zu lernen, um etwas Neues zu erkennen und dich vielleicht mit einigen Anstrengungen durch einen Sumpf von Unannehmlichkeiten hindurchkämpfen musst, aber mit Gott sind Ziele kein Vielleicht. Wer im Vertrauen auf ihn sich führen lassen und Schritte nicht ohne ihn tun will, dessen Ende ist weder unbestimmt, noch kann es schlecht ausgehen. Nach Gottes Schule kommt eine Frucht, die aller Mühe wert war.

Lass es noch ein wenig sacken, dass uns von Gott zwar alle Freiheiten zugestanden werden, auch unser Leben an die Wand zu fahren, aber zur Wahl des Guten es eben doch keine Alternative gibt.

Vertraue ihm, lass dich führen. Mit ihm kommst du an im Leben: bei dir, bei ihm, in dieser Welt und in der zukünftigen.

Gegen Klimawandel oder für den Himmel?

Führen biblische Befehle nicht manchmal in die Irre, bzw. lösen sie nicht bei Menschen ein Dilemma aus? Wenn Jesus sagte, dass wir uns ein Auge ausreißen sollen, trifft Letzteres sicher zu. Aber wie ist es mit dem Gebot du sollst nicht töten, wenn jeder Polizist oder Soldat mit jedem Schuss aus seiner Waffe gegen das göttliche Gebot verstößt, weil dabei ein Mensch ums Leben kam? Oder messen wir hier plötzlich mit zweierlei Maß?

Und wenn Gott am Anfang der Bibel sagt, dass der Mensch die Schöpfung bewahren soll, müsste man dann nicht erst recht vom Neuen Testament mit dem Gebot, das Evangelium zu verbreiten, einen gleichstarken Schwerpunkt auf christliche Aktivität setzen? Aber was ist mit denen, die den Schöpfungsauftrag vom Anfang der Bibel als irrelevant betrachten und einfach ignorieren?

Vielleicht haben letztere – zumindest zum Teil – ein wenig von dem verstanden, wie die Bibel zu behandeln ist, dass nämlich nicht alle Gebote zu allen Zeiten gleichstarke Geltung haben. Immerhin sind entscheidende Filter der Bibel, durch die der Bibelleser schaut, der neue und der alte Bund. Ja, sogar mehrere Bundesschlüsse gibt es bei Gott mit den Menschen, nicht nur den der alttestamentlichen Gebote bei Mose, sondern auch schon den am Anfang der Schöpfung, wo es gilt, dass der Mensch als Verwalter, nicht als letzter Bestimmer, die Schöpfung bearbeiten, aber auch bewahren, also erhalten, soll.

Doch wie kann der Schöpfungsauftrag gleichstark gesehen werden, wenn der neue Bund davon spricht, dass es niemals dazu kommen wird, genau diese Schöpfung, diese Ökologie unseres Globus zu erhalten?

Gewiss, die Bilder von der Hochwasserkatastrophe, die dieses Mal nicht von einem anderen Kontinent oder fremden Land sind, gehen unter die Haut. Müssten wir nicht endlich aufgewacht sein, um den Klimawandel zu stoppen und die Welt und damit die Existenzbedingungen zu retten? Müssten wir nicht auch an die anderen Generationen denken?

Gewiss, ein Appell an die künftigen Generationen zu denken, mag hilfreich sein im Kampf gegen den Klimawandel, vor allem jenen, die eines Tages von den eigenen Enkeln zur Rede gestellt werden.

Aber ob die Enkel uns auch an die Worte Jesu erinnern: „Was nützt es, die ganze Welt zu gewinnen, aber Schaden an seiner Seele zu nehmen!?“ Ob jene Generation überhaupt noch weiß, dass diese Worte existieren. Und ob sie wissen, wie relevant die biblischen Botschaften über die Schöpfung, Naturkatastrophen u.a. schon immer gewesen waren? Oder sind wir selber an dieser Stelle zu Unwissenden oder Zweiflern geworden? Aber hat nicht auch die Botschaft zur Verbreitung des Evangeliums und über die himmlische, herrliche Ewigkeit Gottes Relevanz? Der Meerespegel mag sich von Jahr zu Jahr heben. Aber der Pegel über Kenntnisse biblischer Aussagen und ihrer Relevanz scheint eher zu sinken.

Wie mancher die ökologische Verantwortung gern an die Politik abgibt, so überlassen nicht wenige gerne Fragen des Glaubens und der persönlichen Rettung den Kirchen. Dabei waren und sind die biblischen Botschaften keineswegs (nur) für die Kirche, sondern für die Menschen generell bestimmt. Sie sind so universal gültig wie Gottes Liebe selbst. „Denn also hat Gott die Menschheit geliebt…“ beginnt einer der zentralen Verse des Neuen Testaments. Aber wer weiß schon, wie dieser Vers weitergeht? Und ob wir bedenken, dass – wie jede von Liebe geprägte Beziehung – auch die Beziehung zu Gott nicht mal mit einseitiger Passivität funktioniert?

Wir sollten bei aller nötigen und teils vorrangigen Hilfe für andere auch an diese andere Seite des Lebens und zwar an die des eigenen Lebens denken. Andere werden – im eventuellen Gegensatz zur Lösung ökologischer Probleme – nicht stellvertretend für uns handeln. Und Glückseligkeit, Gottes Liebe und nicht zuletzt den Himmel zu erfahren umfasst mehr als Engagement für ökologisches Gleichgewicht. Selbst wenn es uns gelingt, den Zeiger wieder einige Minuten vor zwölf zurückzudrehen: Die Welt will nicht nur ökologisch gerettet sein. Ob Flora, Fauna oder wir Menschen, trotz Klimawandel und Naturkatastrophen, ja gerade deshalb muss gelten: jedes Leben zählt, jedes – auch das eigene, hier und auch für alle kommenden Zeiten, auf dieser Erde und auch im Himmel.

Vielleicht mag der Leser jetzt ein wenig innerlich gespalten sein. Soll sich ein biblisch orientierter Christ jetzt gegen den Klimawandel engagieren oder eher für den Himmel? Damit dies nicht allzu sehr belastend wirkt, sollte ein jeder sich seiner spezielleren Berufung und Beauftragung im Klaren sein. Nicht alle, die von Jesus geheilt wurden, hatten den Auftrag zu dem Kreis seiner Jünger und Verkündiger dazu zu stoßen. Manche schickte Jesus einfach nach Hause, um zu Hause mit dem eigenen Leben zu zeigen, wie ein Leben mit Gott gestaltet wird – für die Gegenwart und mit Blick auf die Ewigkeit.

Und – das ist Dorfpastor zunehmend wichtig geworden – darüber hinaus sollte keiner den anderen verurteilen, wenn er nicht auch ihre, bzw. seine Meinung teilt. Vielleicht sind diese Unterschiede ja gerade gottgewollt – meint Dorfpastor.  

(Alle Fotos: pixabay, freie Nutzung)

Vom Glück der Geduld

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Auf einer Safari in Afrika sucht Jack die Big Five der afrikan. Tierwelt. „Safari des Lebens“ nennt John Strelecky seinen Titel dieser Geschichte über Fragen zu Glück und Zufriedenheit des Lebens.

Wir sind es gewohnt, unser Leben zu planen, in die Hand zu  nehmen, es so verlaufen zu lassen, dass sich unsere Ziele erfüllen.  Erst dann – so glauben wir – finden wir das Glück unseres Lebens. Doch wenn wir es gar nicht in der Hand haben? Wenn uns Umstände bedrängen, geduldig abzuwarten bis Gott die Führung unseres Lebens geändert hat?

„Wir wissen, schrieb der Apostel Paulus in der Bibel, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken. Sie sind ja berufen nach  Gottes gutem Plan.“

Manchmal müssen wir umdenken, wenn wir auf der Suche nach dem Glück unseres Lebens sind. Umdenken – das ist der Grundgedanke von Buße im biblischen Sinn. Vielleicht gilt es da, Abstand von etwas zu nehmen, weil wir utopisch nach Sternen greifen.  Vielleicht gilt es, zu akzeptieren, was wir derzeit nicht wollen, sich aber langfristig zum Vorteil verändert. Und wenn Gott das alles weiß und es in seinen guten Plan für unser Leben mit einbezieht? Sich ihm anzuvertrauen, sollte darum kein letzter Versuch am Ende unseres Lebens sein, sondern der erste, wenn wir über das Glück unseres Lebens nachdenken. Findest du nicht auch? – fragt Dorfpastor. 

(Kurzer Impuls. Ausstrahlung aus KW 20-2021 bei Radio Ostfriesland und Radio Nordseewelle)

Vom Glück des Augenblicks

Foto (c) pixabay.com

Die Big Five afrikan. Tierwelt aus nächster Nähe persönlich zu erleben, das schien für Jack das Lebensglück zu sein – schreibt J. Strelecky, amerikanischer Bestsellerautor in „Safari des Lebens“. Doch wenn man seine Ziele im Leben nicht erreichen kann, hat man dann kein Glück des Lebens?

Da begibt er sich auf die Reise, auf Safari in Afrika, um die Big Five der afrikanischen Tierwelt zu entdecken. Aber die lebenserfahrene Safariführerin hilft ihm, vor allem über fünf große Lebensfragen nachzudenken. Es geht um Jack, die Hauptfigur der Erzählung vom amerikanischen Bestseller-Autor John Strelecky und seine Geschichte „Safari des Lebens“. Teile daraus haben Mitarbeiter in unserer freikirchlichen Gemeinde nachgespielt. „Das Glück des Augenblicks“ nannten wir einen Teil.

Foto (c) Susanne Beeck  / pixelio.de 

Die Bibel sagt: was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber dabei seine Seele verliert.

Seele – das ist in der Bibel oft gleichbedeutend mit Leben. Man muss Gott treffen, ihm begegnen, um zu erfahren, was Leben ist. Man braucht den Moment der Begegnung mit ihm, den Augenblick, den man nicht übergeht.

Nur ca. 90 Sekunden dauern diese besinnlichen Gedanken, ein Anstoß, sich dem eigenen Leben und sich Gott zu stellen. Ob oder ob nicht – ich kann es nachvollziehen, dass Gott oft davon spricht, HEUTE auf seinen Anstoß zu hören, vielleicht gerade jetzt auf etwas zu achten, was als wichtiger Augenblick zählt. Schließlich will er unser Glück des Lebens.

Ob du das auch so sehen kannst, fragt Dorfpastor.

(Impuls, Ausstrahlung bei Radio Ostfriesland und Radio Nordseewelle, KW 20-2021)

Wenn Jesus Journalist wäre

Foto (c) P. Bork, pixelio.de

Da war er passiert, ein Unfall. Vorbeifahrende Personen zücken verbotener Weise mal wieder ihr Handy. Die Lust auf schlimme Nachrichten steckt nicht nur in Reportern und Journalisten.

Wäre Jesus doch Journalist geworden, dann hätten wir eine Version von guter, richtiger Präsentation der Umstände. Als z.B. eine Frau im Ehebruch ertappt wurde, überführte er die Gaffer und Ankläger und verhalf der Frau zu einem guten Abgang. Wäre Jesus doch Journalist geworden, hätte er doch einmal gezeigt wie man mit Menschen, die ins Fettnäpfchen treten, umgeht.

Wie verrückt ist eigentlich unsere Gesellschaft? Wie unlogisch ist da unser Denken. Wieso zieht unsere Neugierde uns zu dem was nicht mal unsere Psyche aufbaut – im Gegenteil.

Wir brauchen nicht erst nach zerbrochenen Existenzen Ausschau zu halten, um Beispiele einer kaputten Welt zu benennen. Die kaputte Welt steckt offensichtlich schon mitten in unserem Herzen.

Zum Glück hat es später der Apostel Johannes ganz klar und deutlich sinngemäß so formuliert: Wenn wir behaupten völlig in Ordnung zu sein, betrügen wir uns selbst und finden keinen Draht zu Gott. Wenn wir aber unsere dunkle Seite eingestehen und sie Jesus sagen, erleben wir Vergebung, und wir erfahren Gott. Und genau das will Gott. Ob wir das auch wollen?

(Ein Impuls, Ausstrahlung bei Radio Ostfriesland und Radio Nordseewelle in KW 20-2021)

Kein Weihnachten ohne Tiere!

Jesus wurde nicht in einer Herberge, sondern in einem Stall geboren – logisch. Schließlich waren Joseph und Maria bei der Suche nach einer Unterkunft überall abgewiesen worden. Das – so muss man aber sagen – ist doch nur ein vordergründiger Aspekt. Hätte Gott es nicht auch so führen können, dass Maria und Joseph im Haus einer armen, alten Witwe aufgenommen worden wären – frei nach dem Motto: Raum ist in der kleinsten Hütte? Gott hat doch zudem besonderes Mitleid mit Armen, Kranken und Schwachen der Gesellschaft. Dies hätte doch treffend die Nähe Gottes zu armen und wenig beachteten Menschen ausdrücken können.

Foto (c) Dieter Schütz / pixelio.de

Oder Variante zwei: hätte Jesus nicht auch seine Geburt draußen, vor der Stadt, erleben können, so wie auch seine Kreuzigung, die ebenfalls draußen vor der Stadt geschah? Doch nun landen Joseph und Maria schlussendlich in einem Stall, dort wo das Vieh „wohnt“. Ob Schafe oder Esel, das lässt sich schlecht rekonstruieren. Aber es ist wie so oft, wenn die Bibel sich nicht klar dazu äußert. Dann meint sie nicht eine spezielle „Sorte“, sondern spricht etwas Grundsätzliches an. Es kann ja auch ein Pferd dort im Stall gewesen sein (dann wäre es der Stall eines reichen Menschen), ja, vielleicht auch ein Ochse, der scheinbar immer neben dem Esel in Abbildungen von der Krippe in Bethlehem steht.

Aber steht es in der Bibel wirklich so? Nein, und wird nicht oft ganz einfach nur die so genannte Heilige Familie abgebildet? Und manchmal schienen die Sterndeuter oder Hirten bevorzugt zu werden, weniger die Tiere. Letztere scheinen fast nur für die Verniedlichung der Szene, vielleicht für Kinder, passend zu sein.

Doch dieses Jahr war Dorfpastor echt geflasht als er seine Heiligabend-Kurzpredigt schrieb. Mit dem Wissen, dass selbst auch Tiere zum lebenden Teil der Schöpfung gehören und auch sie in Mitleidenschaft gezogen sind und dass Gott auch sie manches Mal seufzen hört, ging Dorfpastor nochmals neu in Gedanken die Frage der Erlösung, den Grund für das Kommen Jesu in diese Welt, an. Na klar, auch Tiere brauchen eine Erlösung. Und sie sind sogar sehnsüchtig darauf ausgerichtet, dass diese Erlösung endlich bei den „Kindern Gottes“ offenbar wird, weil sie, die Tiere, davon mit betroffen sind (s. Römerbrief Kapitel 8, 19-20).

Jesus kam dorthin, wo die Botschaft des Retters verkündigt werden musste: auch unter der Fauna, der Tierwelt! Aber steht denn nicht in dem bekannten Bibelwort, dass Gott so sehr die Menschen geliebt hat, sodass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat? (Johannesevangelium 3,16)

Auch wenn die Jahre des Griechischlernens schon lange vorbei sind: solche einen Vers vergisst man selbst in der biblischen Sprache nicht. Und in diesem Vers steht nämlich gar nichts von Menschheit oder Menschen. Hier steht das Wort Kosmos. Und das heißt mehr als Menschheit, nämlich: Welt und Weltall!

Wohin wir auch mit dem Fernrohr schauen können, in den Sternenhimmel, in ferne Länder und Landschaften, zu scheuen Tieren und Kreaturen in der Tiefsee – Gott liebt diese Welt, diese Schöpfung. Kein Wunder, dass er sie komplett retten und zurückgewinnen will.

Tja, liebe Leute von der Bibelübersetzung von „Hoffnung für alle“: ich habe euer Werk ja sehr gelobt. Ich lese selbst diese Übersetzung schon seit Jahren und finde die meisten Kapitel und Verse treffend widergegeben. Aber hier muss ich euch doch mal sagen: von „Menschen“ zu reden in diesem bekannten Vers von Johannes 3, 16, war kein kluger Schachzug. Das grenzt nur unseren Glauben ein, weil es einen großen Teil unserer Schöpfung ignoriert. Ihr hättet es beim bibleserver.com wenigstens so machen sollen wie die Version ‚Die Gute Nachricht‘, die in einer Anmerkung darauf verweist, dass hier eigentlich „Welt“ und nicht „Menschen“ steht.

Aber wenigstens hat dieses Mal die Weihnachtsvorbereitung bei Dorfpastor etwas Unerwartetes bewirkt: ein Stück veränderte, respektvollere und barmherzigere Einstellung zur Tierwelt. Das soll nicht heißen, man müsste mit allen wilden Tieren nun per Du sein. Wir sind ja noch nicht im verheißenen Friedensreich aus dem Buch des Propheten Jesaja und der Offenbarung. Auch muss niemand jetzt nicht Schlangen, Spinnen und sonstige Kriechtiere schön finden. Selbst innerhalb der Spezies ‚Mensch‘ kann man sich nicht für alle begeistern. Aber an Weihnachten einmal mehr an den vom Engel verheißenen Frieden auf Erden denken, auch unter der gesamten Schöpfung, das sollte problemlos möglich sein.

Franz v. Assisi und der Wolf von Gubbio, Foto (c) Peter Sebald  / pixelio.de

Und noch etwas hat Dorfpastor gelernt: Eine Darstellung der Geburtsszene Jesu ohne Tiere ist zweifellos unvollständig und keineswegs nur eine Geschmacksfrage. Wenn auch die Nächstenliebe in der Bibel nicht auf „Bruder Hund“ und „Schwester Katze“ bezogen ist und diese auch zu einem lebendigen Glauben geführt und getauft werden müssen, so sollte die Weihnachtsgeschichte jeden Tierquäler zur „Bekehrung“ bringen und alle übrigen zu einem respektvollen Umgang mit dieser Schöpfung. Darüber hinaus denkt Dorfpastor einmal mehr darüber nach, ob ein Hund im eigenen Haus nicht doch eine gute Option wäre.

Ob Dorfpastor aber nun zu einer Art Franz von Assisi mutiert, der auch den Tieren gepredigt haben soll, das wäre wirklich überzogen. Doch das zu begründen ist vielleicht mal ein separater Post wert. Aber gewiss wird es Tierfreunde aller Art freuen, dies zu lesen und festzustellen, dass Gott tatsächlich niemanden vergessen hat.

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Jesus und der Lockdown

40 Tage Lockdown – sogar für den eigenen Magen – machte Jesus, wie eine selbst verordnete Quarantäne in der Wüste, wo er 40 Tage lang fastete. Ein anderes Mal stand Jesus mittags an einem Brunnen als eigentlich der Getränkeladen Lockdown hatte, also geschlossen war. Nur eine Frau ging ganz irregulär zum Brunnen und versorgte Jesus mit nötigem Wasser. Und so fand Jesus seinen Weg. Selbst als man Jesus verschlossene Türen in einem Samariterdorf bot, war dieser Lockdwon kein Hindernis für den Weg der Liebe Jesu und seiner Berufung. Wenn Gott mit Menschen etwas vorhat – und das hat er mit jedem – dann gibt es zwar Hindernisse, aber keine Sackgassen. Das gilt erst recht für den Weg von Jesus in diese(r) Welt. Das gilt für Weihnachten:

Wenn Gott in Jesus in diese Welt kommt, ist Gott unstoppable.

Foto (c) Michael Belk, Journey with the Messiah

Herodes konnte damals das Leben Jesu als Neugeborener nicht töten und Maria und Josef wollten sich ihrem Auftrag auch nicht verweigern. Als Eltern konnten sie nicht verhindern, dass Jesus als 12jähriger im Tempel die Schriftgelehrten belehrte und die Erwachsenen konnten nicht verhindern, dass er die Kinder segnete, die zu ihm kommen wollten.

Nach 3 Tagen Lockdown war die Pandemie der menschlichen Sünde als Problem bei Jesus gelöst. Auch das Ordnungsamt, das gerne den Lockdown Jesu an seinem Grab zu einem Shutdown für immer und ewig gemacht hätte, konnte das nicht blockieen.

Foto (c) M. Fischer

Und wenn es nötig war, schuf Jesus selbst einen Lockdown, zum Beispiel für profitgierige Einzelhändler, als er gewaltsam die Verkaufstresen der Händler im Tempelvorhof rauswarf. Ihr Geschäftsgebaren war ein Lockdown für das Gebet der weitgereisten Gläubigen.

Gewiss, es gibt Barrieren auf dem Weg zu Gott, fremde und selbst produzierte – in Wort, Tat, in Kopf oder Herz. Aber Jesus reißt alle Barrikaden oder Sitten nieder, wenn es gilt, dass Menschen ihn finden sollen. Ob wir vielleicht die Advents-Botschaft von Johannes dem Täufer, „bereitet dem Herrn den Weg“, auch ein wenig falsch verstehen, weil es ja Jesus selbst ist, der auch für einen Zugang zu ihm und zum Vater im Himmel sorgt?

So kann auch Weihnachten nicht ausfallen, zumindest nicht für den, der es – pardon: ihn – feiern will. Weihnachten ist ja Geburtstag Jesu.

Vergiss das nicht, meint Dorfpastor.

Ermutigendes für ein bescheidenes Weihnachten findest du auch im öffentlichen Weihnachtsbrief, den du dir kostenlos bei Dorfpastors Gemeinde-Homepage runterladen kannst: HIER.

Da kommt noch was…

Vielleicht sitzt du gerade auf einem Ostfriesensofa? Vielleicht beim Tee? Du vermisst den regulären Besuch? Du wartest – gespannt oder gelangweilt? Warten – das ist doch das, was langsam aber sicher zum Fremdwort mutiert. Wer kann denn heutzutage noch warten? Selbst wenn man zuhört, ja sogar wenn man zuhört und zugleich zuschaut, also beim Fernsehen, macht man oft noch etwas nebenbei. Warten bis zur nächsten Szene? Dann wenigstens nebenbei ein paar Erdnüsse naschen.
Wenn mehr als 3 Personen eine „Schlange“ an der Kasse eines Supermarkts bilden, wird nicht selten sofort eine zweite Kasse eröffnet. Nur nicht den Kunden warten lassen. Gott sieht das völlig anders. Gott kennt das Timing, denn es heißt:

„Als dann aber die richtige Zeit herangekommen war, sandte Gott seinen Sohn…..“ (Galaterbrief 4,4)

Manche Menschen sind wirklich zu bewundern, besonders wenn man ihr Leben vom Ende her betrachtet. Dazu hier eine Geschichte, die in ihrem Kern auf wahren Begebenheiten beruht. Und dabei lernst du sogar noch ein wenig aus den Adventsgeschichten der Bibel. Diese Erzählung basiert auf dem Text des Lukasevangeliums, Kapitel 2, Vers 21 – 38: Dorfpastor erzählt: …. (Audio-Link)